Ein Knopf, eine Rute, sofort am Wasser
Fishing Season: River To Ocean von Nexelon verspricht in der Store-Beschreibung, dass man das Fangen „in einer Minute“ lernt – und das Bedienkonzept gibt dem Versprechen recht. Gespielt wird mit einer einzigen Taste: Auf dem Screenshot aus dem Boot liegt ein großer, leuchtender Kreis unterhalb der Rolle, daneben sitzt nur noch eine Pausentaste. Mehr Schaltflächen braucht der Ablauf aus Auswerfen, Warten und Einholen offenbar nicht.
Für alle, die mit Angelspielen bisher wenig anfangen konnten, ist das eine gute Nachricht. Es gibt keine Menüs voller Knoten und Schnurstärken, bevor der erste Fisch beißt. Die Kehrseite folgt weiter unten: Wer später feinere Kontrolle über den Drill möchte, stößt bei einer Ein-Tasten-Steuerung naturgemäß an Grenzen.
Vom Amazonas bis zum Pazifik
Der Untertitel „River To Ocean“ ist wörtlich gemeint. Laut Entwickler führen die Reviere von berühmten Flüssen wie dem Amazonas über Seen bis hinaus auf den Pazifik, und die Gewässer sollen bekannten Angelplätzen der Welt nachempfunden sein. Die Kulisse auf dem Boots-Screenshot zeigt einen stillen See mit Nadelwald am Ufer und einer kleinen bewaldeten Insel – eher Skandinavien als Regenwald, was gut zur Idee eines Weges vom Fluss zum Meer passt.
Mehr als 200 Fischarten nennt die Beschreibung. Einige Namen tauchen ausdrücklich auf, etwa Riesenbarsch und Arapaima für das Süßwasser. Das Motiv „River & Ocean“ zeigt beide Welten nebeneinander: in der Mitte ein Schwarzbarsch im Sprung, darunter ein flacher Grundfisch, darüber schlanke Arten aus dem Salzwasser.

Was die Bogenskala verrät
Interessant ist ein Detail am oberen Rand des Gameplay-Screenshots: eine farbige Bogenskala mit der Aufschrift „Fever“, daneben eine Meterangabe von 33,4 m und eine zweite Zahl von 1.098 m. Wie genau die Werte zusammenhängen, erklärt die Beschreibung nicht. Sichtbar ist aber, dass das Spiel während des Einholens mehrere Informationen gleichzeitig einblendet.
Das hat zwei Seiten. Einerseits bekommt die Ein-Tasten-Steuerung dadurch Tiefe, denn wer die Anzeigen liest, kann besser einschätzen, wann Nachgeben sinnvoll ist und wann Zug. Andererseits wirkt das Bild beim ersten Hinsehen unruhig – Kreis, Skala, Zahlen und die stark gekrümmte Rute konkurrieren um Aufmerksamkeit. Nexelon wirbt ausdrücklich mit einer „dynamisch biegenden Angelrute“ und einer „straffen Schnur“, und tatsächlich ist die Rute das auffälligste Element im Bild.
Rute, Schnur, Rolle – und ein Aquarium
Fortschritt entsteht über die Ausrüstung. Die Beschreibung nennt drei Bausteine – Angelrute, Schnur und Rolle – plus weitere Gegenstände, die sich verstärken lassen, um größeren Fischen gewachsen zu sein. Das Muster ist vertraut: Größere Arten werden erst realistisch, wenn das Gerät mithält, und bekannte Gewässer bekommen mit stärkerer Ausrüstung eine zweite Runde.
Wer echte Angelpraxis kennt, erkennt die Logik wieder. Auch am Vereinssee entscheidet die Tragkraft der Schnur, ob ein kapitaler Karpfen sicher ans Ufer kommt. Das Spiel vereinfacht das stark, doch die Grundidee, Rute, Schnur und Rolle aufeinander abzustimmen, bleibt erhalten – der Ratgeber zu Ködern und Montagen erklärt das Zusammenspiel am echten Gerät.
Gefangene Fische lassen sich außerdem in ein eigenes Aquarium setzen; genannt werden unter anderem Riesenbarsch und Arapaima. Das gibt dem Spiel ein ruhiges Nebenziel jenseits des nächsten Wurfs. Wie groß das Aquarium wird und wie viel sich daran gestalten lässt, verrät der Store-Text nicht.

Spielen ohne Netz, gespeichert nur auf dem Gerät
Ein echtes Argument für Pendlerinnen und Pendler: Fishing Season funktioniert laut Entwickler ohne Internetverbindung. Im Zug durchs Funkloch oder im Ferienhaus ohne WLAN bleibt die Rute also im Wasser. Unter den drei Spielen auf RunnerZine ist es das einzige, das den Offline-Betrieb ausdrücklich zusagt.
Ebenso deutlich ist ein Hinweis am Ende der Beschreibung: Wer die App löscht oder das Mobilgerät wechselt, setzt die App-Daten zurück. Eine Sicherung des Fortschritts über ein Konto erwähnt der Text nicht. Wer regelmäßig das Handy tauscht, sollte das vor dem ersten langen Angelabend wissen.
Für wen sich die Saison eignet
Fishing Season ist die naheliegende Wahl für alle, die ohne Vorwissen einsteigen und zwischendurch ein paar Würfe machen möchten, gern auch unterwegs. Deutsch wird als unterstützte Sprache genannt, die Altersfreigabe liegt bei PEGI 3. Wer dagegen den direkten Vergleich mit anderen Spielern sucht, findet in Fishing Rival 3D das passendere Angebot – die Unterschiede im Detail zeigt der direkte Vergleich der beiden.
Plus und Minus
Spricht dafür
- Spielen ohne Internetverbindung laut Entwickler möglich
- Ein-Tasten-Steuerung, die sofort verständlich ist
- Große Spannweite vom Fluss bis zum offenen Ozean
- Deutsch als unterstützte Sprache genannt
Spricht dagegen
- Spielstand hängt am Gerät: Löschen oder Gerätewechsel setzt ihn zurück
- Wenig Raum für feine Technik beim Drill
- Viele gleichzeitige Anzeigen wirken anfangs unruhig
Redaktionsnote 8,1/10
Die höchste Note der Rubrik verdankt Fishing Season dem niedrigsten Einstieg und dem zugesagten Offline-Spiel. Abzug gibt es für die fehlende Sicherung des Spielstands.
